Die iCloud und der Tod

Apple bringt die iCloud. Schön. Als Ersatz für MobileMe. Auch schön? Naja, darüber kann man geteilter Meinung sein.Nach der Ankündigung von Apple, künftig eine kostenlose iCloud anzubieten und die Dienste von MobileMe auch kostenlos zu gestalten war die Freude groß. Weniger weil es jetzt die iCloud gibt, sondern vor allen Dingen von Leuten, die bisher zu geizig waren um Geld für eine Leistung auszugeben wie sie bei MobileMe geboten wird. Gut, die iDisk war nie wirklich brauchbar, aber über die anderen Teile des Dienstes konnte man eigentlich nicht viel negatives sagen. Aber, das soll hier nicht Thema sein.

Vor wenigen Tagen hat Apple jetzt erklärt, was denn eigentlich alles so in der iCloud landen wird und was nicht. Das hat zumindest meine Laune doch erheblich getrübt.

Das MobileMe irgendwann abgeschaltet wird, war ja klar. Apple schreibt das noch einmal zu Kärung:

MobileMe will no longer be available as a paid sync service. If you had an active MobileMe account as of June 6, 2011, your service has been extended through June 30, 2012, at no additional charge. After that date, the MobileMe service will no longer be available.

Aber sie killen auch eine Reihe von bisher sehr nützlichen Funktionen. Nämlich:

Syncing of Mac Dashboard widgets, keychains, Dock items, and System Preferences will not be part of iCloud, but will continue to be available for you to use until you move to iCloud. After you move to iCloud or after June 30, 2012, whichever comes first, those sync services will no longer be available.

Hier sei besonders auf den Schlüsselbund-Sync verwiesen. Das ist die Funktion, die es Leuten mit mehreren Macs erlaubt, nicht auf jedem Rechner ständig alles an Login-Daten, Programmschlüsseln etc. neu einzutragen. Ein ganz wesentlicher Punkt. Wo gibt es das sonst noch? Windows? Linux? Nö. Nicht wirklich. Apple reduziert jetzt die Funktionalität auf Windows-Niveau. Kein Sync der Schlüsselbunde mehr. Und auch nicht erst, wenn MobileMe komplett geschlossen wird, sondern bereits nach dem Aktivieren der iCloud. Wenn man also auf diese Funktionen nicht verzichten möchte darf man iCloud nicht aktivieren.

Aber viel schlimmer ist, dass die Bildergalerien nicht in der iCloud verfügbar gemacht werden. Diese Funktion war mir in MobileMe immer sehr lieb, denn es stellt faktisch die einzige Möglichkeit dar, ansprechende Bildergalerien ins Netz zu stellen, die in jedem Browser funktionieren, Diashows abspielen können und auch für einen vollkommen unbedarften EDV-Anwender problemlos anzuschauen sind.

Bildergalerie von MobileMe
Sieht doch wirklich nett aus, oder?

Wieso, Apple? Was ist denn bitte das Problem? Ich gebe Euch jetzt Geld für diesen Dienst und ich würde Euch auch weiterhin Geld dafür geben. Das kann doch nicht so schwer sein, oder?

Videos ist auch so ein Thema… Man zeige mir eine einfache Möglichkeit unter einer ansprechenden Oberfläche Videos ins Netz zu stellen. Das war schon super gelöst mit MobileMe.

Und was mache ich mit meinem AppleTV 2? Das Gerät wird mit MobileMe-Fotos beworben und es ist auch hier eine wesentliche Funktion. Flickr mit der AppleTV geht, aber mit dem Browser kann man Flickr keinem Otto-Normalanwender ernsthaft zumuten wollen.

Es gibt aber ein kleines bisschen Hoffnung… Zum einen sind die MobileMe-Galerien fester Bestandteil der Programme iPhoto und Aperture. Das mag nicht viel heißen, aber es gibt eine interessante Formulierung auf der FAQ-Seite:

Following is a list of MobileMe services and whether they will be available or not in iCloud this fall

Was meint Apple damit? Ist mit dem Hinweis auf den Herbst nur noch einmal das Datum gemeint, oder meint es viel eher, dass im Herbst nur diese Funktionen verfügbar sind und später nachgeliefert werden? Bei Apple findet sich nichts zu diesem Thema und auch im Internet bin ich noch auf keine Lösung gestoßen.

Es wäre maximal ärgerlich, wenn Apple die MobileMe Gallery ersatzlos streichen würde. Auch, wenn es Leute gäbe, die dafür bezahlen würden. Sorry, aber das ist nicht kundenfreundlich und es passt schon gar nicht in das Bild, das Apple immer zu vermitteln versucht.

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